Ein Schüler ohne sicheres Gespür für Zahlen und Rechenwege steht wie vor einer verschlossenen Tür. Die so genannte Rechenschwäche oder „Dyskalkulie“ gibt es in verschieden starken Erscheinungsformen. Die Alarmzeichen treten meist schon in der Grundschulzeit auf, zum Beispiel wenn die Zahlenräume über 100 durchgenommen werden, bei Jugendlichen auch erst in der weiterführenden Schule, wenn die Mathematik abstrakter wird und zum Beispiel die Bruchrechnung oder das Umformen von Termgleichungen nicht ausreichend gelingt.
Auch Erwachsene können mit diesem Phänomen konfrontiert sein, wenn es beispielsweise um den Umgang mit Geld geht. Es kann zu erheblichen Belastungen der privaten und beruflichen Lebensführung kommen.
Immer wenn ein bestimmtes mathematisches Lernthema trotz Mühe nicht gelingen will, sollten Sie sich professionellen Rat holen – alle weiterführenden Lernthemen im Mathematik bauen auf dem bisherigen Fundament auf, deshalb muss dieses sicher erworben werden.
Unser Institut bietet gezielte Förderung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Beachten Sie zu diesem Thema insbesondere unser neues Angebot im Bereich E-Learning (Lernen von zu Hause aus).
Was können Anzeichen für Dyskalkulie sein?
Es gibt Beobachtungen, die auch durch einen Fachunkundigen als Hinweise auf das mögliche Vorliegen einer sogenannten Rechenschwäche ernst genommen werden sollten. Typische Beispiele:
- Angst vor der Schule
- Angst vor mathematischen Leistungsabfragen
- Scheinbar erfolgreiches Mathe-Lernen zu Hause, dennoch Misserfolg in der Schule
- Die Hausaufgaben in Mathematik brauchen sehr viel Zeit (im Vergleich zu Mitschülern)
- Die Hausaufgaben in Mathematik brauchen sehr viel Zeit (im Vergleich zu anderen Fächern)
- “Mathe-Vergesslichkeit”
- Unverständnis des Schülers für scheinbar “einfache” Aufgabenstellungen
- Falsche Rechenmethoden werden z.B. wie folgt begründet: “So macht der Lehrer das immer”
- Mit kleinen Zahlen kann gerechnet werden, mit Zahlen über 10 oder über 100 jedoch nicht
- Zahlendreher kommen öfter vor, z.B. 63 statt 36.
- Der Schüler versucht, fehlendes Verständnis durch Auswendiglernen von Tricks und “Rechen-Regeln” zu ersetzen
- Der Schüler möchte das Thema Mathematik verdrängen, nicht mehr darüber reden
Wenn Sie beobachten, dass der Schüler beim Rechnen als Hilfsmittel mit den Fingern zählt, obwohl das Kopfrechnen schon gekonnt werden sollte, dann akzeptieren Sie dieses Hilfsmittel zunächst. Es zu unterdrücken, kann Gefühle von Scham und Schwäche auslösen und wäre deshalb nicht zielführend in Richtung auf den gewünschten Lernerfolg. Um dieses Ziel zu erreichen, gilt der Grundsatz:
Holen Sie sich professionellen Rat, wenn einige der oben beschriebenen Beispiele Ihnen bekannt vorkommen oder es ähnliche Hinweise auf elementare Schwierigkeiten mit der Mathematik gibt.
